Irgendwann habe ich in einer tiefmelancholischen ja schon fast depressiven Phase in meinem Leben im Social Media gepostet:
„Das reale Leben ist oft eher monochrom als bonbonbunt“
oder
„Wenn wir uns nicht selbst einen Teil unserer bunten, sonnigen Phantasie unserer Kindheit in unserer Seele bis ins hohe Alter bewahren, bleibt nur ein tristes, unwirtliches Zementgrau“
Ich habe diese philosophischen Weisheiten selber schon lange nicht mehr gelesen und bin von mir für den Tiefsinn selber sehr überrascht, aber es hat vor Kurzem irgendwer diese beiden knappen Sätze geliked und so spülten sie sich wieder in meiner Timeline hoch und somit in meinen Kopf und ich fing an darüber nachzudenken.
Ja, das Leben ist oft monochrom. Gerade wenn wir an einem Sonntagnachmittag daran denken wieder in das Hamsterrad der gewerblichen Erwerbsarbeit zu müssen um mit dann von dem Lohn unserer Arbeit leben zu können. Für viele fühlen sich die Tage genauso gleich und trist an wie der einundfünfstigte Ausduck eines schwarzweißen Rundbriefes auf dem Fotokopierer. Aber schon der nächste Ausdruck könnte ja auch wieder farbig sein, mit eingefügten Fotos die Sehnsucht an den Urlaub ans Meer wecken, oder?
Wenn uns unsere Lieblingtasse runterfällt und wir traurig die Scherben unserer Liebsten auf dem Kehrblech im Küchenmülleimer zu Grabe tragen. Aber wenn wir ehrlich zu uns sind, hätte sie schon lange aussortiert gehört, denn sie war schon ganz verblichen und man musste schon genau aufpassen sich an dem Sprung den sie hatte nicht die Unterlippe zu verletzen. Also Zeit für was Neues und eine andere Tasse auf ihren Thron heben, die eben auch viele Emotionen für einen selber wecken kann. Wobei man auch niemanden erklären konnte warum ausgerechnet eben diese Tasse die Lieblingstasse war, oder?
Dieses Leben ist alles, aber eben selten gerecht. Dieses Leben hat aber kein Recht uns ein schlechtes Gefühl zu machen. Machen wir uns von unseren glücklichsten Momenten ein Standbild und führen sie uns immer wieder vor Augen. Es muss ja nun nicht alles bonbonbunt werden, dafür ist das Leben eine viel zu ernste Sache, aber schon ein bisschen Hoffnung färbt alle dunklen Gedanken wieder ein und macht aus schwarzweiß Bildern wieder Farbfotos.
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