Blognacht vom 06.03.2026. Nachgeschrieben am 08.03.2026
Hurra, ich bekomme eine Stunde geschenkt. Aber geht das eigentlich? Einfach so Zeit geschenkt zu bekommen? Die Physik sagt erstmal Nein. Sie legt laut Wikipedia für ein Sekunde genau das hier fest: „Seit 1967 ist eine Sekunde das 9.192.631.770-fache der Periodendauer der Strahlung, die dem Übergang zwischen den beiden Hyperfeinstrukturniveaus des Grundzustands von Atomen des Nuklids 133Cäsium entspricht.“ Na endlich versteht man das Ganze einmal!
Aber letztlich sagt das nur aus, dass Zeit eine Konstante in unserer Welt ist außer vielleicht in schwarzen Löchern.
Also man kann im Prinzip keine Zeit in Geschenkpapier einwickeln und zum Geburtstag verschenken oder unter dem Weihnachtsbaum legen. Zumindest wenn es nach der der Physik geht.
Aber wenn man es philosophisch betrachtet, ist Zeit alles andere als eine Konstante. Ich erinnere mich noch als ich mal mit einer akuten Lungenembolie für eine Woche auf einer Intensivstation lag. Dort blieb die Zeit für mich quasi stehen und ich hatte unendlich viel Zeit über mich und mein Leben nachzudenken. Alles was mir kostbar erschien verlor an Wert und mir wurde klar, dass die eigene Zeit definitiv endlich ist und das eventuell auch unmittelbar und plötzlich.
Und so fing ich an darüber nachzudenken, wie ich die Zeit die mir bleibt intensiver zu nutzen. Ich fing wieder an zu fotografieren und nahm mir einfach die Zeit um mit der Kamera durch die Gegend zu ziehen und Motive zu entdecken und das besondere Licht wahrzunehmen. Ich nahm mit im Frühjahr einfach die Zeit mit dem kleinen Motorrad einfach der Sonne entgegen zu düsen. Am besten mit offenem Helm nur mit Fliegerbrille um die Gerüche der Natur wie eine frisch gemähte Wiese aufzunehmen oder den Geruch und den kühlen Fahrtwind wenn man durch ein Waldstück fährt.
Aber natürlich ging es bei dem sich Zeit nehmen auch nicht nur um mich. Ich liebe es Zeit mit der Familie zu verbringen. Ich verschenke da gerne Zeit und bekomme auch von der Familie gerne Zeit geschenkt. Und immer wieder stelle ich dabei fest, so im Herbst des Lebens hat man gar nicht mehr so viel Zeit. Man hat das Gefühl, je älter man wird, desto schneller vergeht die Zeit. Eine Stunde, ein Tag, eine Woche, ein Jahr wäre viel schneller vergangen als man das als Kind empfunden hat, wo man manchmal schon fast zuviel davon hatte.
Ich jedenfalls habe euch mit dem Schreiben dieses Textes Zeit geschenkt und ihr habt mir mit eurer Aufmerksamkeit beim Lesen eure Zeit geschenkt. Das wiederum macht mich glücklich! Aber was ist Glück? Das wäre dann vielleicht ein Thema für einen weiteren Blog.
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